Was der EAAsy-Scanner erkennt — und was die Automatisierung nicht abdeckt
Aktualisiert: 2026-06-15
Der EAAsy-Scanner ist mehr als eine Prüfung der Startseite. Hier ist genau, was er testet und wie Sie die Ergebnisse lesen.
Mehrseitiger Scan (Sitemap + transaktionale Pfade)
Der Scanner liest Ihre sitemap.xml (und robots.txt) und wählt die wichtigsten Unterseiten selbst aus, statt nur der ersten Links auf der Startseite. Zuerst prüft er transaktionale Pfade — Warenkorb, Kasse, Zahlung, Formulare, Anmeldung — denn dort blockiert eine Barriere die Nutzer am häufigsten und trägt nach dem EAA das höchste rechtliche Risiko.
Was wir testen: WCAG 2.1 und 2.2 AA
Die axe-core-Engine prüft WCAG-2.1- und 2.2-Kriterien auf Stufe AA. Zusätzlich testen wir Reflow bei 320 px Breite (WCAG 1.4.10 — ob der Inhalt ohne horizontales Scrollen auf ein Telefon passt) und erstellen Screenshots fehlerhafter Elemente, damit sofort klar ist, worauf sich das Problem bezieht — im Bericht und im Panel.
Verstöße vs. Empfehlungen
Die Ergebnisse teilen sich in zwei Gruppen. WCAG-Verstöße zählen zur Bewertung /100 — sie sind eine rechtliche Pflicht. Empfehlungen (Best Practice) zeigen wir separat: Sie verbessern Barrierefreiheit und UX, gehören aber nicht zur Konformitätspflicht. So wissen Sie, was Sie beheben müssen und was sich lediglich lohnt.
Sanktionsrisiko — wie wir es berechnen
Jeder Mangel erhält einen Sanktionsrisiko-Wert (0–100). Er ist nicht willkürlich — er spiegelt wider, wie stark eine Barriere die Nutzung des Dienstes blockiert, gemäß den Prioritäten von EN 301 549 und der EAA-Durchsetzungspraxis. Am höchsten: Formulare, der Kaufpfad, Tastaturnavigation und Kontrast. Ein Mangel auf einer transaktionalen Seite (z. B. Kasse) erhöht das Risiko.
Monitoring und Scan-Vergleich (Diff)
Sie können wiederkehrende Scans aktivieren. Der Vergleich aufeinanderfolgender Audits zeigt, was neu ist, was behoben wurde und was zurückgekehrt ist — ein Nachweis der Sorgfaltspflicht über die Zeit und ein Alarm, wenn die Barrierefreiheit zurückfällt.
Grenzen der Automatisierung (~30–40%)
Ein automatisiertes Audit erkennt etwa 30–40 % der WCAG-Kriterien — und das kommunizieren wir ehrlich. Der Rest (Bedeutung von Inhalten, Screenreader-Tests, vollständige Tastaturbedienung) lässt sich nicht maschinell entscheiden und erfordert eine menschliche Prüfung. Vollständige rechtliche Konformität bedeutet automatisiertes Audit + fachliche Bewertung.
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